Affirmationen – Deine Gedanken bestimmen dein Handeln – Alles, was du wissen musst [+Guide]

Positiven Affirmationen wird nachgesagt, dass sie die Kraft haben, unsere Gedanken und unser Verhalten zum Besseren zu verändern. Sowohl online, als auch offline finden sich deshalb unzählige Artikel, Ratgeber und Bücher, die sich mit dem Thema auseinandersetzen und Tipps für die Anwendung Positiver Affirmationen geben.

In diesem Artikel möchte ich dir verständlich und wissenschaftlich fundiert erklären, was Affirmationen sind, welchen Zweck sie haben und wie du sie einsetzen kannst. Du findest hier auch Inspiration und Beispiele, um direkt auszuprobieren, ob Positive Affirmationen auch für dich funktionieren.

Los geht’s mit der Definition und einer Abgrenzung zu Begriffen, wie “Mantra” oder “Glaubenssatz”, die häufig synonym verwendet werden oder im Zusammenhang mit Affirmationen immer wieder auftauchen.

Auf dieser Seite findest du:



1 Definition – Was ist eine Affirmation?

Um Affirmationen effektiv zu nutzen und für die eigenen Bedürfnisse einzusetzen, muss man zunächst verstehen, was eine Affirmation überhaupt ist. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel, wie Bejahung oder Zustimmung.1Autoren der Wikimedia-Projekte (2008). Positive Wertung. [online] Wikipedia.org. Available at: https://de.wikipedia.org/wiki/Affirmation [Accessed 20 Mar. 2020]

Die bereits verstorbene Autorin und Vorreiterin auf dem Gebiet Positiver Affirmationen, Louise L. Hay erklärte, dass grundsätzlich vieles, was wir sagen und denken, eine Affirmation darstellt, die jedoch häufig negativ ist und somit keine positiven Erfahrungen schafft. Denn die Grundannahme ist hier, wie auch bei Positivität und Positivem Denken, dass unsere Gedanken und Worte unsere äußere Realität erschaffen.2Die Macht der Affirmationen von Luise L. Hay (2010). Du kannst es! S. 1-2

Affirmationen einzusetzen bedeutet laut Louise L. Hay, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen, indem bewusst Worte gewählt werden, die dazu dienen, entweder alte und einschränkende Muster und Gedankenstrukturen loszulassen oder Neues zu erschaffen. Sie beschrieb die Arbeit mit der Kraft von Affirmationen wie folgt:

„Eine Affirmation ist eine positive Aussage über dich selbst, die du laut sagst bzw. denkst. Täglich mit Affirmationen zu arbeiten, kann dir helfen, negative Aussagen dir selbst gegenüber umzuprogrammieren, damit du positivere Gedanken, Gefühle und Erfahrungen in deinem Leben manifestieren kannst.“

Louse L. Hay

Affirmationen dienen dazu, das eigene Selbstwertgefühl zu steigern, indem beispielsweise individuelle Grundwerte reflektiert werden, um Menschen eine erweiterte Perspektive auf sich selbst zu ermöglichen.3Cascio, C.N., O’Donnell, M.B., Tinney, F.J., Lieberman, M.D., Taylor, S.E., Strecher, V.J. and Falk, E.B. (2015). Self-affirmation activates brain systems associated with self-related processing and reward and is reinforced by future orientation. Social Cognitive and Affective Neuroscience, [online] 11(4), pp.621–629. Available at: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4814782/ [Accessed 20 Mar. 2020] Ziel ist es, auf der Ebene des Unterbewusstseins alte Blockaden und festgefahrene Gedankenstrukturen zu lösen, um sie durch neue Gedankenmuster zu ersetzen.4Meditationsuebung.de. (2020). Was sind Affirmationen? – Wirksamkeit und Methode von Dr. Evelin Fräntzel. [online] Available at: https://www.meditationsuebung.de/affirmation_suggestion.html [Accessed 20 Mar. 2020]


1.1 Abgrenzung – Affirmationen vs. Positives Denken, Glaubenssätzen, Autosuggestion & Co.

  • Positives Denken
    Die Unterscheidung zwischen Positivem Denken und Affirmationen ist sehr subtil, aber dennoch wichtig. Positives Denken wird bereits seit Beginn des 19. Jahrhunderts genutzt, um eine positive Lebenseinstellung zu fördern. Affirmationen sind ein mögliches Werkzeug, um Positives Denken zu kultivieren und Positivität zu erlernen.5Die Mutmacherei (September 2016): Positives Denken und Positivität: kleiner Unterschied ganz groß. http://mutmacherei.net/positives-denken-und-positivitaet/
  • Glaubenssätze
    Als Glaubenssätze werden unsere zugrunde liegenden Gedankenstrukturen bezeichnet, die unsere Meinungen und Überzeugungen über die Welt spiegeln, die wir besonders in unserer Kindheit und Jugend, durch enge Bezugspersonen und bestimmte Erlebnisse, verinnerlicht haben. Meist sind wir uns unserer Glaubenssätze nicht bewusst oder bewerten sie als negativ und behindernd. Affirmationen sollen als Hilfsmittel dienen, um diese Glaubenssätze aufzulösen, und durch positive Denkmuster zu ersetzen.6Mag.a Alexandra Lang (2016). Glaubenssätze und Affirmationen. [online] Gesundheitspsychologin.net. Available at: http://www.gesundheitspsychologin.net/joomla/index.php/blog/psychologie/77-glaubenssaetze-und-affirmationen [Accessed 20 Mar. 2020]
  • Mantra
    Die Worte “Affirmation” und “Mantra” werden zwar oft synonym füreinander verwendet, doch es gibt einen Unterschied. Mantren bezeichnen heilige Worte, Wortfolgen, Klänge oder Verse, die eine spirituelle Bedeutung transportieren. Werden sie häufig ausgesprochen oder gedacht, sollen sie eine positive Auswirkung auf Körper, Geist und Seele haben und werden deshalb häufig auch im Kontext von Meditationen verwendet. Teilweise haben Mantren keine offensichtliche Bedeutung, während Affirmationen sich aus Worten zusammensetzen, die positive Gefühle und Gedanken hervorrufen sollen und traditionell keine spirituelle oder religiöse Bedeutung haben.7PositivePsychology.com. (2019). Positive Daily Affirmations: Is There Science Behind It? [online] Available at: https://positivepsychology.com/daily-affirmations/ [Accessed 20 Mar. 2020]
  • Positive Self-Talk
    Positive Self-Talk bezieht sich nicht auf das Wiederholen bestimmter positiver Aussagen, sondern auf ein sogenanntes “Reframing” unseres internen Dialogs, der sich aus bewussten und unbewusste Glaubenssätzen zusammensetzt. Beim Positive Self-Talk werden negative Selbstaussagen bewusst umgewandelt und positiv formuliert.
  • Autosuggestion
    Die Autosuggestion wurde im 19. Jahrhundert von dem französischen Apotheker Émile Coué erfunden und ist eine Methode, die Positive Affirmationen nutzt, um das Unterbewusstsein umzuprogrammieren. Im Gegensatz zur reinen Anwendung Positiver Affirmationen, werden die Sätze bei der Autosuggestion in einer Art Selbsthypnose wiederholt, um das Unterbewusstsein anzusprechen.8AnjaR (2017). Autosuggestion: Erfolg aus eigener Überzeugung. [online] karrierebibel.de. Available at: https://karrierebibel.de/autosuggestion/ [Accessed 25 Mar. 2020]
  • Selbstliebe
    Selbstliebe bezeichnet die aufrichtige Liebe zu sich selbst mit den persönlichen Makeln, aber auch mit den individuellen Stärken. Die Selbstliebe ist eng mit der Selbstannahme und Selbstakzeptanz verwandt und sorgt dafür, dass wir gut mit uns selbst umgehen. Affirmationen sind eine Möglichkeit, mehr Selbstliebe zu kultivieren.9Nils Warkentin (2020). Selbstliebe lernen: Du bist gut! [online] karrierebibel.de. Available at: https://karrierebibel.de/selbstliebe-lernen/ [Accessed 25 Mar. 2020]

1.2 Ursprung von Affirmationen – Allheilmittel für die psychische Gesundheit?

Nicht selten werden Affirmationen als Allheilmittel dargestellt. Die Wirkung und Anwendung von Affirmationen wurde bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von dem amerikanischen Heilpraktiker und Schriftsteller Dr. Phineas Parkhurst Quimby untersucht. Dabei fand er heraus, dass jeder Mensch für Affirmationen empfänglich ist, und bezog dies nicht nur auf positive Aussagen, sondern auch auf negative Aussagen. Laut Dr. Quimby sind Gedanken, die auf Ängsten und Sorgen beruhen, sogar die Ursache von Krankheiten und demnach können diese auch auf mentaler Ebene durch die Anwendung Positiver Affirmationen geheilt werden. Er entdeckte außerdem, dass eine positive Wirkung immer dann eintrat, wenn die Anwendung einer Affirmation mit dem festen Glauben an ihre Wirkung einhergingen.10Meditationsuebung.de. (2020). Was sind Affirmationen? – Wirksamkeit und Methode von Dr. Evelin Fräntzel. [online] Available at: https://www.meditationsuebung.de/affirmation_suggestion.html [Accessed 20 Mar. 2020]

Die bereits erwähnte Sachbuchautorin und spirituelle Lehrerin Louise L. Hay ist eine der Mitbegründerinnen der Selbsthilfe-Bewegung. Sie hat 1976 mit ihrem Buch “Heile deinen Körper” Affirmationen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht, lange bevor die Verbindung zwischen Körper und Geist gesellschaftlich diskutiert wurde. Besonders ihre Krebsdiagnose und ihre Heilung innerhalb von sechs Monaten durch die Arbeit mit Affirmationen, Visualisierungen, Ernährung und Psychotherapie, hat Menschen auf der ganzen Welt inspiriert.11https://www.facebook.com/louiselhay (2014). About Louise Hay | Bio & Timeline of Achievements. [online] Louise Hay. Available at: https://www.louisehay.com/about/ [Accessed 20 Mar. 2020]

Positive Affirmationen scheinen also tatsächlich in vielen verschiedenen Bereichen das persönliche Wohlbefinden verbessern zu können. Doch wo finden sie konkret Anwendung und zu welchem Zweck?

Affirmationen Gründe Anwendung Zweck

2 Zweck – Warum Affirmationen nutzen? Wofür werden Sie eingesetzt?

Schon lange forschen Wissenschaftler auf dem Gebiet der Affirmationen, um ihrer Kraft auf den Grund zu gehen. Dabei fanden sie dank verschiedener Studien heraus, dass sozial benachteiligte Schüler in der Schule besser abschneiden, wenn sie ihre persönlichen Werte mit Hilfe Positiver Affirmationen reflektieren. Menschen, die unterschiedliche Meinungen haben, werden dank Affirmationen offener, einander zuzuhören, und Menschen deren Gewohnheiten ihrer Gesundheit schaden, verhelfen Positive Affirmationen dazu, ihre Gewohnheiten zu verändern. Positive Affirmationen wirken vor allem, indem sie unseren Fokus auf die Dinge lenken, die unserem Leben Bedeutung und Sinn verleihen.12Upenn.edu. (2017). Study Reveals the Neural Mechanics of Self-Affirmation | Annenberg School for Communication. [online] Available at: https://www.asc.upenn.edu/news-events/news/study-reveals-neural-mechanics-self-affirmation [Accessed 26 Mar. 2020]

Bedeutung⁺ ist, neben Engagement⁺ und Vergnügen⁺, eine der drei Komponenten, die unser individuelles Glück bestimmen.13Faisal Hoque (2014). 7 Ways to Practice Positivity and Optimism Every Day. HuffPost. https://www.huffpost.com/entry/7-ways-to-practice-positivity-and-optimism-every-day_b_5606981?guccounter=1 

Bedeutung: Bedeutung empfinden wir dann, wenn wir unsere persönlichen Stärken und Fähigkeiten sinnhaft zum Wohle der Gemeinschaft einsetzen können.
Engagement: Engagement bezieht sich darauf, wie intensiv wir mit Familie, Freunden, Arbeit, Hobbys und Romanzen involviert sind.
Vergnügen: Bezieht sich auf kurzfristigen Genuss und macht den kleinsten Teil unseres subjektiven Glücksempfindens aus.
Positive Affirmationen können motivierend eingesetzt werden, um das Selbstbewusstsein zu steigern oder um positive Veränderungen im eigenen Leben herbeizuführen. Affirmationen helfen außerdem dabei, den negativen inneren Dialog zu unterbrechen und stattdessen mit einem neuen Narrativ zu ersetzen.14PositivePsychology.com. (2019). Positive Daily Affirmations: Is There Science Behind It? [online] Available at: https://positivepsychology.com/daily-affirmations/ [Accessed 20 Mar. 2020] Überblick über mögliche Anwendungsgebiete:

  • Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein steigern15PositivePsychology.com. (2019). Positive Daily Affirmations: Is There Science Behind It? [online] Available at: https://positivepsychology.com/daily-affirmations/ [Accessed 20 Mar. 2020]
  • Herausforderungen meistern (Cascio et al., 2015)
  • Glaubenssätze und Verhaltensweisen ändern  
  • Routinen etablieren16Ralf Senftleben (2019). Affirmationen – Einfach etwas positiv verändern (Anleitung). [online] Zeit zu leben. Available at: https://zeitzuleben.de/affirmationen-ein-praktischer-weg-zu-wachstum-veranderung-und-heilung/  [Accessed 23 Mar. 2020]
  • Gesundheit fördern (Louise L. Hay, 2010)
  • Persönliche Ziele erreichen17Psychology Today. (2017). To Affirm or Not Affirm? [online] Available at: https://www.psychologytoday.com/us/blog/embodied-wellness/201704/affirm-or-not-affirm [Accessed 23 Mar. 2020]

Positive Affirmationen können in vielen Lebensbereichen eingesetzt werden, um Veränderungen zu bewirken, doch bevor du jetzt sofort durchstartest, möchte ich dich über die Vor- und Nachteile von Affirmationen aufklären.

Vor und Nachteile von Affirmationen

3 Vor- und Nachteile von Affirmationen, wissenschaftlich gestützt

Studien zeigen, dass Positive Affirmationen viele Vorteile haben, bei falscher Anwendung jedoch auch Nachteile nach sich ziehen können:

3.1 Die Vorteile von Affirmationen

  • Reduzieren gesundheitsschädigenden Stress18PositivePsychology.com. (2019). Positive Daily Affirmations: Is There Science Behind It? [online] Available at: https://positivepsychology.com/daily-affirmations/ [Accessed 20 Mar. 2020]
  • Motivieren Menschen sich mehr zu bewegen19PositivePsychology.com. (2019). Positive Daily Affirmations: Is There Science Behind It? [online] Available at: https://positivepsychology.com/daily-affirmations/ [Accessed 20 Mar. 2020]
  • Können Menschen dabei helfen, dass Botschaften und Interventionen, die als “bedrohlich” wahrgenommen werden, mit weniger Widerstand zu begegnen (Cascio et al., 2015)
  • Können verhindern, dass Gesundheitswarnungen ignoriert werden und stattdessen positive Verhaltensänderungen bezüglich der persönlichen Gesundheit herbeiführen (Cascio et al., 2015)
  • Fördern akademische Erfolge20PositivePsychology.com. (2019). Positive Daily Affirmations: Is There Science Behind It? [online] Available at: https://positivepsychology.com/daily-affirmations/ [Accessed 20 Mar. 2020]
  • Verringern Grübeleien21PositivePsychology.com. (2019). Positive Daily Affirmations: Is There Science Behind It? [online] Available at: https://positivepsychology.com/daily-affirmations/ [Accessed 20 Mar. 2020]
  • Fördern die Leistung, wenn Menschen selbst entscheiden können, ob sie Affirmationen nutzen oder nicht 22Psychology Today. (2017). To Affirm or Not Affirm? [online] Available at: https://www.psychologytoday.com/us/blog/embodied-wellness/201704/affirm-or-not-affirm [Accessed 23 Mar. 2020]
  • Unterstützen Problemlösungsprozesse23Psychology Today. (2017). To Affirm or Not Affirm? [online] Available at: https://www.psychologytoday.com/us/blog/embodied-wellness/201704/affirm-or-not-affirm [Accessed 23 Mar. 2020]
  • Können physische Schmerzen lindern24Psychology Today. (2017). To Affirm or Not Affirm? [online] Available at: https://www.psychologytoday.com/us/blog/embodied-wellness/201704/affirm-or-not-affirm [Accessed 23 Mar. 2020]
  • Fördern das innere Gleichgewicht25Psychology Today. (2017). To Affirm or Not Affirm? [online] Available at: https://www.psychologytoday.com/us/blog/embodied-wellness/201704/affirm-or-not-affirm [Accessed 23 Mar. 2020]

3.2 Die Nachteile von Affirmationen

Nachteile ergeben sich besonders dann, wenn Affirmationen nicht auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Wenn die gewählte Affirmation zu weit von dem entfernt ist, was eine Person über sich selbst oder eine Situation glauben oder akzeptieren kann, können Affirmationen folgende negative Folgen mit sich bringen26Senay, I., Albarracín, D. and Noguchi, K. (2010). Motivating goal-directed behavior through introspective self-talk: the role of the interrogative form of simple future tense. Psychological science, [online] 21(4), pp.499–504. Available at: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20424090 [Accessed 25 Mar. 2020]:

  • Können inneren Widerstand hervorrufen, der den ursprünglichen Glaubenssatz noch verstärkt.27Cohen, G. L., & Sherman, D. K. (2014). The psychology of change: Self-affirmation and social psychological intervention. Annual Review of Psychology, 65, 333-371
    *Beispiel: Wer fest überzeugt ist, nicht liebenswert zu sein und ständig die Affirmation “Ich bin liebenswert!” wiederholt, stärkt mit der Zeit die eigene Überzeugung, eben nicht liebenswert zu sein. Der alte Glaubenssatz ist stärker, als der neue. 
  • Bei Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl können Affirmationen sich zusätzlich negativ auf die Wahrnehmung des Selbstwerts auswirken.
  • Affirmationen können bei Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl zu negativen Gefühlen führen.
  • Affirmationen haben teilweise auch auf Menschen mit einem hohen Selbstwertgefühl nur eine kurze Wirkung.

Damit Affirmationen also den gewünschten Effekt erzielen und dazu führen, dass alte Verhaltensmuster und negative Glaubenssätze durch gesunde Routinen und Positives Denken ersetzt werden, statt das Gegenteil zu bewirken, müssen Affirmationen richtig angewendet werden. Doch wie funktionieren Affirmationen überhaupt?

Die größte Entscheidung deines Lebens liegt darin, dass du dein Leben ändern kannst, indem du deine Geisteshaltung änderst.

Albert Schweitzer, deutsch-französischer Pazifist
Affirmationen Methode Funktionsweise

4 Mechanismus – Wie funktionieren Affirmationen?

Um zu verstehen, wie Affirmationen funktionieren, ist es wichtig, zu wissen, dass 96 % aller Erwachsenen einen inneren Dialog mit sich selbst führen, der meist unbewusst und automatisch stattfindet.28Winsler, A. (2009). Still talking to ourselves after all these years: A review of current research on private speech. In C. F. A. Winsler, & I. Montero (Ed.), Private speech, executive functioning, and the development of verbal self-regulation (pp. 3–41). New York: Cambridge University Press In diesem Dialog kommentieren wir innerlich die Situation, in der wir uns befinden, indem wir bewusst darüber nachdenken oder sie auf Basis unbewusster Vorurteile oder Glaubenssätze bewerten.29Psych Central (2016). Challenging Negative Self-Talk. [online] Psych Central. Available at: https://psychcentral.com/lib/challenging-negative-self-talk/ [Accessed 20 Mar. 2020] 

Menschen tendieren dabei zu einem negativen inneren Dialog, der auch als innerer Kritiker bezeichnet wird und dazu dienen soll, uns vor Fehlern zu bewahren, die zu Scham und Schande führen könnten, um unser mentales Selbstbild, unsere sogenannte Selbst-Identität, zu schützen.30NPR.org. (2014). Why Saying Is Believing — The Science Of Self-Talk. [online] Available at: https://www.npr.org/sections/health-shots/2014/10/07/353292408/why-saying-is-believing-the-science-of-self-talk?t=1584717599285 [Accessed 20 Mar. 2020]31Psychology Today. (2020). Self-Talk | Psychology Today. [online] Available at: https://www.psychologytoday.com/intl/basics/self-talk [Accessed 20 Mar. 2020] 


4.1 Wie entsteht mein Innerer Dialog?

Der innere Dialog wird schon seit vielen Jahren wissenschaftlich untersucht. Forscher haben dabei herausgefunden, dass er verschiedene Funktionen erfüllt, beispielsweise Sinneswahrnehmungen in einen sprachlich Kontext zu setzen. Gefühle entstehen immer erst als Emotionen auf körperlicher Ebene, bis wir sie durch unseren inneren Dialog gedanklich interpretieren. Aus körperlicher Anspannung kann so, im Kontext der Situation zum Beispiel ein Gefühl von Angst entstehen. 

Außerdem motiviert uns der innere Dialog zum Handeln oder Dranbleiben und hilft uns verschiedene Perspektiven einzunehmen. Wie wir mit uns selbst sprechen, wird stark durch unsere Kindheit geprägt. In dieser Phase unserer Entwicklung internalisieren wir Aussagen enger Bezugspersonen als Wahrheiten, die dann zu fest verankerten Glaubenssätzen und Gedankenstrukturen werden. Diese hindern uns daran, bestimmte Hinweise oder Informationen aufzunehmen, weil wir die äußere Welt durch den Filter unserer Glaubenssätze interpretieren (Philipp Nagels, 2016).

Zu diesen sogenannten Gedankenfallen gehören:

  • Der Glaube, Perfektion sei essenziell 
  • Der Glaube, die Bestätigung des eigenen Selbstwertes sei im Außen zu finden
  • Vergleiche
  • Schwarz/ Weiß-Denken
  • Verallgemeinerungen
  • Sollte-Aussagen
  • Das Ziehen voreiliger Schlüsse

4.2 Welche Rolle spielt die Selbst-Identität?

Unser innerer Dialog spiegelt, beispielsweise in Form der beschriebenen Gedankenfallen, was wir über uns selbst und die Welt als wahr annehmen und Forscher haben herausgefunden, dass wir Affirmationen nutzen, um unsere daraus resultierende Selbst-Identität aufrecht zu erhalten. Unsere Selbst-Identität ist flexibel und kann sich im Kontext der Situation verändern. 

Wir wollen von anderen als kompetent, wertvoll und mitfühlend wahrgenommen werden. Häufig stimmen unsere Handlungen im Außen jedoch nicht mit unserer Identität überein, weil wir unbewusst durch unsere Glaubenssätze in reaktive und defensive Muster verfallen. Auf der Beobachtung, dass Menschen motiviert sind, ihre Selbst-Identität zu stärken und möglichen Bedrohungen ihrer eigenen Kompetenz mit Widerstand begegnen, basiert die Selbst-Affirmations-Theorie von Sherman und Cohen.

Studien im Kontext dieser Theorie haben gezeigt, dass Positive Affirmationen unter anderem deshalb erfolgreich sind, weil sie die Perspektive der betreffenden Person erweitern und negative Gefühle reduzieren, wenn Selbst-Identität und Fremdwahrnehmung nicht übereinstimmen. So kann die Person auf psychologische Ressourcen zurückzugreifen, die ihr dabei helfen, ihren eigenen Selbstwert zu erkennen und ihrer inneren Werte entsprechend zu handeln. Dadurch können Herausforderungen leichter gemeistert werden.


4.3 Wie funktionieren positive Affirmationen?

Die Flexibilität unserer Selbst-Identität erlaubt es uns, Positive Affirmationen zu nutzen, um limitierende Glaubenssätze, zu enthebeln, indem wir bestimmte Bereiche unserer Selbst-Identität stärken, die wir als wertvoll erachten. Wenn wir unseren Fokus mit Hilfe von Affirmationen auf persönliche Stärken legen oder auf Fähigkeiten, Werte und Routinen, die wir entwickeln wollen, aktivieren wir das Belohnungszentrum in unserem Gehirn. So verstärken wir positive neuronale Veränderungen im Gehirn, die zu neuen Verhaltensmustern und Gedankenstrukturen führen. Affirmationen, die sich auf die Zukunft fokussieren, funktionieren dabei besser als solche, die sich auf die Vergangenheit fokussieren (Upenn.edu, 2017).

Zusammenfassend lässt sich also festhalten: Wer Affirmationen nutzt, reagiert weniger defensiv, ist deshalb offener anderen gegenüber, grenzt andere nicht aus und hält seltener an ungesunden Gewohnheiten fest. Affirmationen schwächen außerdem das Gefühl der Bedrohung ab und verringern krankheitsfördernden Stress. Wer nicht in reaktiven Mustern gefangen ist, kann den Fokus leichter auf die positiven Aspekte des Lebens und die persönlichen Stärken legen und so gesteckte Ziele mit Leichtigkeit erreichen.

Hast du noch Fragen? Die häufigsten Fragen zum Thema Affirmationen habe ich dir im nächsten Teil beantwortet und zusammengefasst.

Affirmationen-FAQ-Häufige-Fragen-Warum-Affirmationen-nutzen

5 FAQ – Häufige Fragen rund um Affirmationen

Sollte man Affirmationen täglich verwenden? Welche Häufigkeit ist ideal?

Es gibt keine Regeln darüber, wie oft und lange Positive Affirmationen angewendet werden sollen. Der Psychotherapeut Ronald Alexander empfiehlt eine Wiederholung von drei bis fünfmal täglich, um positive Gedanken zu verankern. Eine gute Methode ist dabei die Affirmationen im Spiegel zu üben und sie in einem Journal festzuhalten (PositivePsychology.com, 2019).

Wann wirken Affirmationen am besten?

Da Affirmationen das Unterbewusstsein beeinflussen sollen, ist es sinnvoll, in einem entspannten Zustand zu sein, wenn wir Positive Affirmationen nutzen. Diesen Zustand, in dem unsere Gehirnwellen sich im Alpha-Bereich befinden, erreichen wir beispielsweise beim Meditieren oder kurz bevor wir einschlafen (Psychology Today, 2017).

Wie sollte man Affirmationen formulieren?

Unser Unterbewusstsein kann nicht zwischen positiv und negativ oder echt und eingebildet unterscheiden. Deshalb ist es wichtig, Affirmationen positiv zu formulieren, denn Worte, wie “nicht” oder “kein” blendet das Unterbewusstsein einfach aus und handelt nach dem, was übrig bleibt. Wenn ich beispielsweise sage “Ich möchte nicht alleine sein.” versteht das Unterbewusstsein “Ich möchte alleine sein.” (Psychology Today, 2017).

In welcher Person sollte man Affirmationen formulieren?

Obwohl viele Artikel und Beiträge zum Thema “Positive Affirmationen” nahelegen, dass Affirmationen mit der Formulierung “Ich bin” beginnen sollten, gibt es auch andere Arten Affirmationen zu formulieren. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Person, in der wir eine Affirmation formulieren, einen Einfluss auf den Erfolg der Affirmation hat.32Dolcos, S. and Albarracin, D. (2014). The inner speech of behavioral regulation: Intentions and task performance strengthen when you talk to yourself as a You. European Journal of Social Psychology, 44(6), pp.636–642

Oft hat die “Du”-Stimme beispielsweise mehr Macht, als die “Ich”-Stimme. Man geht davon aus, dass das mit unserer Sozialisierung durch Eltern und Gesellschaft zusammenhängt (Barker, 2019). Affirmationen können noch stärker sein, wenn wir uns in der dritten Person visualisieren. Studien haben gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit so höher ist, dass wir unser Verhalten ändern⁺.33Libby, L., Shaeffer, E., Eibach, R., and Slemmer, J. (2007). Picture Yourself at the Polls Visual Perspective in Mental Imagery Affects Self-Perception and Behavior. In Association for Psychological Science, Vol 18, Num 3 (pp. 199–203)

Die folgenden Richtlinien von Donna Barker helfen dir, die Formulierung richtig zu wählen: 

Ich-Affirmationen funktionieren gut, wenn:
* du bereits positive Gefühle bezüglich des Ziels hast, das es zu erreichen gilt.
* du versuchst, Emotionen oder Gefühle zu nutzen, um ein Ziel zu erreichen.
* du bereits Erfolge in diesem Bereich erzielt hast und auf das Hochgefühl dieser Erfolge zurückgreifen kannst, um motiviert zu bleiben.

Du-Affirmationen funktionieren gut, wenn:
* du dich von negativen Gefühlen bezüglich einer Aufgabe oder eines Ziels distanzieren möchtest.
* du deine Leistung, deine Einstellung oder deine Intentionen stärken möchtest.
* du dich in einer Herausforderung befindest, die Selbstkontrolle und -regulierung verlangt.
* du deine Perspektive erweitern möchtest.

Visualisierungen in der dritten Person funktionieren gut, wenn:
* du deine Selbst-Identität anpassen musst, um ein neues Verhalten zu etablieren.
* du deine bisherige Leistung hinter dir lassen möchtest, um einen neuen Anfang zu machen, von dem du nicht glaubst, dass dein aktuelles Selbst es schaffen kann.

Warum funktionieren Positive Affirmationen nicht?

Positive Affirmationen können unsere Perspektive verändern, doch wenn sie uns nicht glaubwürdig erscheinen, funktionieren sie nicht. Dann können wir Neutrale Affirmationen verwenden, die uns realistisch und glaubwürdig erscheinen, um den gewünschten Effekt zu erreichen.34Anchu Kögl (2019). Positive Affirmationen: alles, was du darüber wissen musst… [online] Anchu Kögl. Available at: https://anchukoegl.com/positive-affirmationen/ [Accessed 26 Mar. 2020] Statt zu sagen “Ich akzeptiere mich, wie ich bin”, könnten wir sagen “Jeden Tag akzeptiere ich mich ein wenig mehr”.

Können Affirmationen gegen Depressionen und Angstzustände helfen?

Positive Affirmationen sind kein Ersatz für eine Behandlung psychosomatischer Erkrankungen, doch Studien zeigen, dass Positive Affirmationen Gefühle von Hoffnung erzeugen und den Heilungsprozess so unterstützen können (PositivePsychology.com, 2019).

Helfen Affirmationen um das Selbstbewusststein zu stärken?

Affirmationen können das Selbstbewusstsein stärken, wenn sie persönliche Werte spiegeln und uns glaubwürdig erscheinen. Dabei sollten sie sich auf Stärken fokussieren, die wir in Handlungen umsetzen können.

Können Affirmationen beim Ein- und Durchschlafen helfen?

Da Affirmationen eine stressreduzierende Wirkung haben, können sie durchaus positive Effekte auf den Schlaf haben. Meditation wirkt sich außerdem positiv auf die Qualität des Schlafs aus, deshalb liegt es nahe, dass Meditationen mit Positiven Affirmationen den Schlaf verbessern können (PositivePsychology.com, 2019).

Sind Affirmationen Mantren? Wo ist der Unterschied?

Affirmationen und Mantren werden zwar synonym verwendet, sind aber nicht dasselbe. Mantren haben eine spirituelle oder religiöse Bedeutung und werden vor allem in Meditationen angewendet, während Affirmationen eine individuelle Bedeutung haben. Affirmationen können wie Mantren verwendet werden.

Was sind heilende Affirmationen?

Die Autorin Louise Hay hat heilende Affirmationen populär gemacht. Die Grundannahme ist, dass Gedanken Auswirkungen auf die Gesundheit haben und heilende Affirmationen, wie “Meine Gedanken helfen mir, meinen Körper zu heilen.” so eine positive Wirkung auf physischen und auf emotionalen Schmerz haben können (PositivePsychology.com, 2019).

Welche Affirmationen sind am effektivsten?

Studien zeigen, dass Affirmationen, die sich auf Werte fokussieren, die das Selbst transzendieren, effektiver sind, als Affirmationen, die das Selbst verstärken. Anders ausgedrückt, selbstbezogene und egoistische Affirmationen funktionieren weniger gut, als Affirmationen, denen universelle Werte, wie Empathie, Sinnhaftigkeit oder Respekt, zugrunde liegen (Cascio et al., 2015).

Wie wähle ich die richtige Affirmation für mich?

Um die richtige Affirmation für dich zu wählen, suche dir zunächst ein Thema aus, dass dich aktuell beschäftigt. Wenn du gerade erst mit Affirmationen anfängst, macht es Sinn, ein leichtes Thema zu wählen, um Erfahrungen zu sammeln. Es gibt bereits unzählige Affirmationen, aus denen du wählen kannst. Verlasse dich dabei gerne auf dein Bauchgefühl und verändere Details, damit die Affirmation zu dir und deinen Bedürfnissen passt.35Meditationsuebung.de. (2020). Was sind Affirmationen? – Wirksamkeit und Methode von Dr. Evelin Fräntzel. [online] Available at: https://www.meditationsuebung.de/affirmation_suggestion.html [Accessed 26 Mar. 2020]

6 Beispiele für Affirmationen

6.1 Positive Affirmationen für Frauen

Diese Positiven Affirmationen können dir als Vorlage oder Inspiration dienen, um kreativ zu werden und eigene Affirmationen zu gestalten.

  1. Ich entscheide mich, glücklich zu sein.
  2. Mein Leben findet genau in diesem Moment statt.
  3. Ich umgebe mich mit liebevollen Menschen.
  4. Ich entscheide mich negative Gefühle anzunehmen und negative Gedanken loszulassen.
  5. Ich bin resilient, stark und mutig.
  6. Ich entscheide, wie ich mich fühle.
  7. Wenn ich mich schlafen legen, ist alles, wie es sein soll und ich erhole mich gut.
  8. Ich lerne, mich selbst zu lieben und zu akzeptieren, jeden Tag ein bisschen mehr.

6.2 Positive Affirmationen für Männer

Hier sind einige Vorschläge für Positive Affirmationen, die Männer nutzen können, um beispielsweise Selbstakzeptanz zu steigern, an sich selbst zu glauben und für sich selbst zu sorgen.

  1. Ich übernehme Verantwortung dafür, mich um mich selbst zu sorgen.
  2. Indem ich ich selbst bin, mache ich andere Menschen glücklich.
  3. Meine Ziele und Wünsche sind ebenso wichtig, wie die anderer.
  4. Mit Mut und harter Arbeit kann ich alles erreichen, was ich mir vorstelle.
  5. Ich akzeptiere, wer ich bin und ich liebe die Person, die ich werde.
  6. Durch meinen Beitrag verändere ich die Welt zum Positiven.
  7. Wenn ich falle, stehe ich wieder auf.

6.3 Positive Affirmationen für Teenager

Teenager sind besonderem sozialem und schulischem Druck ausgesetzt und verfallen leicht in einen negativen inneren Dialog. Positive Affirmationen können ihnen helfen, einen Einfluss auf ihre Gedanken und Gefühle zu haben. 

  1. Ich lerne schnell und mit Leichtigkeit. 
  2. Ich glaube an mich als Person und an meine Fähigkeiten.
  3. Ich bin einzigartig und schön.
  4. Andere respektieren mich, weil ich meinen Werten treu bin.
  5. Wenn mich ein paar Menschen nicht akzeptieren, ist das ok für mich.
  6. Ich vergebe anderen, dafür dass sie manchmal das Falsche tun, und ich vergebe auch mir selbst, wenn ich Fehler mache.
  7. Ich bin liebevoll und gut zu der Person, die ich im Spiegel sehe.
  8. Ich verdiene es, mich selbst als großartig zu sehen.
  9. Ich habe die Kraft, mich Herausforderungen zu stellen.
  10. Heute vertraue ich mir und meinen Instinkten.
  11. Ich bin gut genug und ich bin gerne einfach ich selbst.
  12. Ich behandle andere mit Respekt und auch sie behandeln mich respektvoll.
  13. Ich entscheide mich, über schmerzhafte Dinge hinauszuwachsen, die mir begegnen.

6.4 Positive Affirmationen für Kinder

Wenn Kinder schon früh lernen, Positive Affirmationen zu nutzen, fällt es ihnen später leichter, diese bei Schwierigkeiten und Herausforderungen einzusetzen. Dabei ist es wichtig, dass die Affirmationen einfach sind, damit Kinder sie auch ohne Hilfe üben können.

  1. Ich bin geliebt.
  2. Ich bin kreativ.
  3. Ich bin freundlich.
  4. Ich bin mutig.
  5. Ich bin großzügig.
  6. Ich bin verantwortungsbewusst.
  7. Ich bin einzigartig.
  8. Wenn ich etwas tun möchte, kann ich es schaffen.
  9. Ich helfe anderen.
  10. Ich werde heute viel lernen, weil ich fähig dazu bin.
  11. Ich bin eine wichtige und wertvolle Person.

6.5 Positive Affirmationen für Studenten

Affirmationen können Studenten helfen, Stress zu reduzieren und motiviert zu bleiben.

  1. Wenn ich eine schlechte Leistung erbringe, bin ich motiviert besser zu werden.
  2. Ich setze hohe Standards für das, was ich erreichen möchte. Indem ich meine Zeit investiere und mich bemühe, kann ich erreichen, was ich mir vorgenommen habe.
  3. Ich erlaube mir, zu träumen.
  4. Ich bin dankbar für meine Uni, meine Professoren und meine Kommilitonen, weil sie mir dabei helfen ein besserer Mensch zu werden.
  5. Selbst an Tagen, an denen ich keinen Fortschritt mache, lerne ich ständig. An anderen Tagen mache ich großartige Fortschritte.

6.6 Positive Affirmationen gegen Stress

Bei Stress tendieren wir dazu, in einen reaktiven Fight-or-Flight-Modus zu verfallen und den Überblick über die Gesamtsituation zu verlieren. Positive Affirmationen können uns dabei helfen, eine neue Perspektive einzunehmen und Herausforderungen in einem neuen Licht zu sehen. Die folgenden Affirmationen stammen von Heile dein Leben.

  1. Ich atme tief durch.
  2. Ich nehme mir Zeit, um mich zu sammeln.
  3. Ich darf mich entspannen.
  4. Ich achte auf meine Balance.
  5. Ich sorge für mich selbst.
  6. Es ist ok, Nein zu sagen.
  7. Ich bestimme über mein Leben.

6.7 Positive Affirmationen für mehr Selbstbewusstsein

Da Positive Affirmationen unsere Perspektive verändern und unseren Fokus auf unsere persönlichen Werte und Stärken lenken, können sie dazu beitragen, das Selbstbewusstsein zu steigern. Dabei sollte die gewählte Affirmation glaubwürdig genug sein, denn sonst kann eine Affirmation bei Menschen mit wenig Selbstbewusstsein limitierende Glaubenssätze verstärken.

  1. Ich liebe und akzeptiere mich, so wie ich bin.
  2. Ich bin wertvoll.
  3. Ich verdiene es, gut behandelt zu werden.
  4. Ich erlaube mir, für meine Bedürfnisse einzustehen.
  5. Ich bin unabhängig von der Meinung anderer Menschen.
  6. Ich nehme mir Zeit für mich selbst.
  7. Ich bin wichtig.
  8. Ich lebe mein Leben so, wie ich es für richtig halte.
  9. Ich werde immer selbstbewusster.
  10. Ich bin selbstbewusst, souverän und gelassen.
  11. Ich verzeihe mir selbst.
  12. Ich fokussiere mich auf das Positive.
  13. Ich vertraue auf meine Intuition.
  14. Ich lasse negative Gedanken und Gefühle über mich selbst los.
  15. Ich fokussiere mich auf das Gute in mir und anderen.
  16. Ich glaube an die Person, die ich bin.
  17. Ich bin auf einer Reise, ich entwickle mich ständig weiter und wachse über mich hinaus.

6.8 Positive Affirmationen gegen Angstzustände

Menschen, die unter Angstzuständen leiden, geraten oft in negative Gedankenspiralen. Dabei kann es hilfreich sein, Affirmationen zu nutzen, sobald ein Gefühl der Angst hochkommt, um so negative Gedankenspiralen aufzuhalten.

  1. Ich befreie mich selbst von Angst, Urteil und Zweifel.
  2. Ich entscheide mich, gute Gedanken zu denken.
  3. Ich atme, ich bin ruhig. 
  4. Ich bin sicher, alles ist gut in meiner Welt.
  5. In mir fühle ich mich ruhig und friedlich.
  6. Ich realisiere, dass meine negativen Gedanken irrational sind, und ich werde diese Ängste jetzt stoppen.
  7. Das ist nur ein Moment.

6.9 Positive Affirmationen gegen Depressionen

Auch bei Depression kommt es häufig zu negativen Gedankenspiralen, bei denen die Tendenz besteht, Negatives zu übertreiben. Affirmationen können wieder ein Gleichgewicht schaffen.

  1. Ich glaube an mich.
  2. Ich bin so weit gekommen und ich bin stolz auf mich.
  3. Das ist nur ein Moment in meinem Leben und bestimmt nicht, wer ich bin.
  4. Das ist nur ein isolierter Moment, nicht mein ganzes Leben. Die Dinge werden besser werden.
  5. Es sind nur Gedanken. Nur ich entscheide, wie ich mich fühle

6.10 Positive Affirmationen für Schwangere

Diese Affirmationen stammen von der Hebamme Marie Drake Boyle und können Schwangerschaft und Geburt unterstützen. 

  1. Mein Baby ist sicher und geliebt.
  2. Mein Baby ist gesund und kommt zum richtigen Zeitpunkt für uns beide.
  3. Ich vertraue während der Geburt meinen Instinkten und meinem Körper.
  4. Starke, gesunde und gute Wehen werden mein Baby in die Welt geleiten.
  5. Ich bin entspannt und mein Baby wird mit Leichtigkeit auf die Welt kommen.

6.11 Positive Affirmationen für Arbeit und Job

Positive Affirmationen können auch am Büro-Schreibtisch zwischendurch eingesetzt werden.

  1. Ich schaffe den perfekten Berufseinstieg.
  2. Ich bin ein erfolgreicher Unternehmer.
  3. Ich bin kreativ.
  4. Ich entwickle innovative Lösungen/Produkte.
  5. Ich bekomme meinen Traumjob.
  6. Ich gehe einer Tätigkeit nach, die mich voll und ganz erfüllt.
  7. Ich genieße den Respekt meiner Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzten.
  8. Immer mehr Menschen erkennen den Wert meiner Arbeit.
  9. Ich lerne täglich Neues und wachse über mich hinaus.
  10. Ich bin unabhängig von dem Urteil und der Akzeptanz anderer.
  11. Ich tue mein Bestes und das ist großartig.
  12. Ich bin resilient und kann Probleme mit meiner Expertise lösen.

6.12 Affirmationen für Gesundheit und Fitness

Louise Hay hat schon in den Siebzigern Positive Affirmationen im Kontext der Gesundheit populär gemacht. Ihr persönliche Heilungsgeschichte mit Krebs hat viele Menschen inspiriert. 

  1. Ich achte auf meine Gesundheit.
  2. Ich bemerke die Signale meines Körpers und erkenne, was gut für mich ist.
  3. Mir geht es mit jedem Tag in jeder Hinsicht besser und besser.
  4. Mit jedem Atemzug befreit sich mein Körper und wird gesund und heil
  5. Mein Magen entspannt sich.
  6. Meine Knochen sind hart und stabil.
  7. Mein Haar wird immer voller und schöner.
  8. Jeder Zelle meines Körpers geht es gut.
  9. Ich bin gesund.
  10. Ich erfreue mich bester Gesundheit.
  11. Ich habe ein langes, gutes, gesundes und glückliches Leben.
  12. Ich bin motiviert und diszipliniert.

6.13 Positive Affirmationen für die Morgenroutine

Laut Louise Hay helfen Positive Affirmationen bei einem guten Start in den Tag. Am Besten funktionieren diese laut der Expertin, wenn man sie sich selbst im Spiegel vorsagt.

  1. Ich bin schön und alle Menschen, die mir wichtig sind, lieben mich.
  2. Das Leben bringt mir gute Erfahrungen. Ich bin offen gegenüber neuen und wunderbaren Veränderungen.
  3. Ich fühle dynamische und großartige Energie. Ich bin aktiv und lebendig.
  4. Jede Erfahrung bietet mir die perfekte Gelegenheit, um zu wachsen.
  5. Heute kreiere ich einen wundervollen Tag und eine wundervolle neue Zukunft.
  6. Fülle fließt frei durch mich. 
  7. Mein Selbstbewusstsein ist hoch, weil ich ehre, wer ich bin.
  8. Jeden Tag werde ich stärker.
  9. Heute stelle ich mich jeder Herausforderung mutig und mit Zuversicht.
  10. Ich bestimme, wie ich mich jeden Tag fühle.

6.14 Das ist bei den Beispiel-Affirmationen zu beachten

Positive Affirmationen können dir helfen, deine Perspektive zu verändern, jedoch solltest du darauf achten Affirmationen zu wählen, die für dich glaubwürdig sind und nicht zwanghaft mit Positiven Affirmationen arbeiten. Diese Art der Selbsttäuschung und Toxic Positivity kann sich sonst auch negativ auswirken und Verhaltensmuster und Glaubenssätze verstärken. Besonders bei schwierigen Themen kann Reframing⁺ eine bessere Methode sein, um Herausforderungen zu meistern. Wähle ansonsten Neutrale Affirmationen, um zunächst Vertrauen und Sicherheit in die Methode der Affirmationen zu gewinnen.

Reframing: Reframing ist eine Methode, um einen positiven inneren Dialog zu fördern und so mehr Positivität zu kultivieren. Wenn negative und pessimistische Gedanken aufkommen, werden diese in einen neuen Kontext gesetzt, um die Aufmerksamkeit so auf die positiven Aspekte einer Situation zu legen. Beispiel: “Ich habe versagt.” wird zu “Wie kann ich aus meinen Fehlern lernen und weitermachen?”

7 Praktische Werkzeuge, um Affirmationen erfolgreich in den Alltag zu integrieren

Seit Positive Affirmationen in den Siebzigern vor allem durch Louise Hay bekannt geworden sind, wurden auf Basis der Methode unzählige Werkzeuge entwickelt, um die Anwendung von Positiven Affirmationen zu erleichtern. Denn neben einer glaubwürdigen und aussagekräftigen Affirmation ist es natürlich auch wichtig, dass du sie regelmäßig nutzt und laut oder gedanklich auf sagst, damit die Affirmation in deinem Unterbewusstsein wirken kann. Hier möchte ich dir einige Tools vorstellen, die dir die Arbeit mit Affirmationen erleichtern können.


7.1 Affirmationskarten

Affirmationskarten sind eine schöne Möglichkeit, dir die Positive Affirmation, die du gewählt hast, im Alltag immer wieder in Erinnerung zu rufen. Sie haben meist die Größe einer Bankkarte und lassen sich so bequem im Geldbeutel, der Handtasche oder der Hosentasche verstauen. Oft reicht es schon, die Affirmationskarte im Geldbeutel stecken zu sehen oder in der Hosentasche zu berühren, um die Positive Affirmation gedanklich aufzusagen. Oft gibt es Affirmationskarten im Set zu kaufen, sodass du immer wieder eine neue Karte ziehen kannst.

Eine gute Übersicht und Auswahl findest du auf Affirmationskarten.de


7.2 Affirmations-Apps

Wenn du sehr technikaffin bist und gerne mit mobilen Anwendungen arbeitest, kann eine Affirmations-App ein gutes Tool sein, um dich regelmäßig an deine Positive Affirmation zu erinnern, oder dir als Inspiration dienen, wenn du auf der Suche nach einer passenden Affirmation bist. Je nach App kannst du aus einer großen Auswahl an Positiven Affirmationen die Richtige für dich auswählen, oder sogar eine eigene in deiner Stimme aufnehmen.


7.3 Podcasts, Bücher und Hörbücher

In den letzten Jahren haben viele Menschen sich der Kraft Positiver Affirmationen verschrieben und auf verschiedenen Medien Inhalte veröffentlicht. Diese erklären nicht nur im Detail, wie Affirmationen funktionieren, sondern berichten auch von persönlichen Erfahrungen und Anwendungsbereichen. Dort findest du viele Beispiele für effektive Affirmationen und Inspiration, um deine eigenen Affirmationen zu kreieren. 

Hier findest du eine Podcastfolge mit dem Titel “101 positive Affirmationen für dein Leben” von Life Coach und #1 Spiegelbestseller Autorin Laura Malina Seiler.


7.4 Websites & Newsletter

Wenn du dir täglich eine Inspiration wünschst, um gut in den Tag zu starten und ihm mit einer Positiven Affirmation eine Richtung zu geben, kann eine Affirmations-Website ein schönes Tool sein. Oft hast du dort die Möglichkeit, virtuell eine Karte zu ziehen, ähnlich wie bei Affirmations-Karten, oder dich für einen Newsletter anzumelden, um jeden Tag eine Positive Affirmation direkt per E-Mail zu bekommen.


7.5 Youtube-Videos

Statt Podcasts, kannst du auch einfach Youtube-Videos für Affirmationen nutzen. Du solltest die Stimme des Sprechers oder der Sprecherin mögen und nichts aufsagen, was du nicht auch wirklich „meinst“ oder „fühlst“.

8 Bücher und Literatur zu Affirmationen

Bücher zu den neurologischen Prozessen hinter Affirmationen:

9 Wertvolle weiterführende Links

10 Vorgehensweise, Fazit und Empfehlungen

Es gibt viele gute Gründe, Positive Affirmationen in deinen Alltag zu integrieren, denn sie reduzieren nicht nur Stress, sondern können auch das Selbstbewusstsein steigern, dir helfen Herausforderungen zu meistern und deinem Leben eine neue Richtung zu geben.

Du solltest die Kraft von Affirmationen nicht unterschätzen, denn sie können sich sowohl negativ, als auch positiv auf deine Gedanken und Gefühle auswirken. Affirmationen, die dir nicht glaubwürdig erscheinen, tragen nicht dazu bei limitierende Glaubenssätze und Verhaltensmuster abzulegen, sondern stärken negative Gedankenstrukturen. Die richtige Formulierung und die Regelmäßigkeit sind das A und O, um von der Anwendung Positiver Affirmationen zu profitieren und nachhaltige Veränderungen herbeizuführen. 

Wie mit allen Methoden und Tools, die ich dir hier vorschlage, ist es mir wichtig, dass du selbst herausfindest, was für dich funktioniert und was nicht. Jede Methode ist nur dann eine gute Methode, wenn sie dir dabei hilft, deine gewünschten Ziele zu erreichen.

Wenn du Lust bekommen hast, Positive Affirmationen auszuprobieren, findest du hier eine praktische Anleitung⁺, um herauszufinden, welche Formulierung bei dir besonders gut wirkt und wie du deine persönliche Affirmation wählen kannst.

  1. Wähle ein Ziel, das du erreichen möchtest oder eine Fähigkeit, die du gerne kultivieren möchtest. 
  2. Stelle dir einen Timer auf zwei Minuten und schreibe in der ersten Person (Ich) frei darüber, was du über dich denkst, hörst, fühlst und glaubst, wenn du dieses Ziel erreichst oder diese Fähigkeit kultiviert hast. Schreibe dabei so, als wäre es tatsächlich bereits so und sei so positiv, wie du kannst, denn es sind Affirmationen. Schalte deinen inneren Kritiker einfach mal ab.
  3. Stelle dir jetzt vor, du wärst in deinem eigenen Kopf und würdest dich anschauen. Stelle dir wieder einen Timer auf zwei Minuten und schreibe in der zweiten Person (Du) frei darüber, was du genau tun musst, um das Ziel zu erreichen oder die Fähigkeit zu kultivieren, die du dir wünschst. Fokussiere dich auf Verhalten und Handlungen.
  4. Stelle dir jetzt vor du wärst ein Beobachter und würdest dich selbst aus der Ferne beobachten. Die Person, die du beobachtest, hat bereits erreicht, was du dir wünschst. Stelle deinen Timer auf zwei Minuten und schreibe in der dritten Person über die Art von Person, die du beobachtest. Fokussiere dich auf Einstellung und Werte.
  5. Reflektiere die drei Übungen. Welche Formulierung und welcher Ansatz fühlen sich aus dem Bauch heraus so an, als wären sie hilfreich und gut für dich?
  6. Schreibe jetzt auf Basis deiner Beobachtungen eine Positive Affirmation oder ein Bild auf, dass zu deiner Situation und zu deinen Wünschen passt. Teste die Affirmation in den nächsten Tagen und Wochen. 

Die Aufgabe wurde von Donna Barker inspiriert und für die Zwecke dieses Artikels abgewandelt.

References[+]

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