[Liste] Kritik an Positivität? Die Gegenstimmen wie „Toxic Positivity“

Kritik Positivität Toxic Positivity Auswirkungen Gegenstimmen

Über 9 Milliarden US-Dollar wirft der Selbsthilfemarkt zum positiven Denken jährlich ab (Wirtschaftspsychologie aktuell, 2019). Gegenstimmen der Positivität kritisieren vor allem die eben bereits genannten Faktoren des Verdrängens und Beschönigens. Auch Gabrielle Oettingen warnt vor Tagträumen und einer Gesellschaft, in der es modern geworden ist, über alles positiv zu denken (Wirtschaftspsychologie aktuell, 2019). Dieser Trend ungesunder Positivität wird auch als Toxic Positivity bezeichnet.

3.1 „Toxic Positivity“

Bei Toxic Positivity werden schwierige oder neutrale Gefühle und Erfahrungen, zwanghaft durch positive Gedanken und Aussagen geleugnet oder unterdrückt. 1Philipp Nagels (2019). Toxic Positivity: Darum solltest du dich nicht immer „auf das Positive konzentrieren“. DIE WELT. https://www.welt.de/kmpkt/article204301640/Toxic-Positivity-Darum-solltest-du-dich-nicht-immer-auf-das-Positive-konzentrieren.html

Sie spiegelt sich in Sätzen, wie:

  • „Hör auf, immer so negativ zu sein.“
  • „Bleib doch mal positiv.“
  • „Alles passiert aus einem Grund.“
  • „Mach dir gute Gedanken, dann wird das schon.“
  • „Du kommst schon drüber hinweg.“ 2Gielas, A. (2017). Positives Denken: Gerade Menschen mit Ängsten hilft es, sich vorzustellen, was alles schiefgehen könnte. ZEIT ONLINE. https://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/01/Denk-nicht-positiv/seite-3

Der Neuropsychologe Richard Davidson und seine Kollegen studieren seit über 20 Jahren das Lachen und haben dabei herausgefunden, dass die Qualität des Lachens entscheidend ist. Künstliches Lächeln aktiviert eine Gehirnregion, die negative Gefühle erzeugt. Bei Menschen, die an koronaren Herzerkrankungen leiden, kann erzwungenes Lächeln sogar zu einem Herzinfarkt führen (Gielas, A., 2017). Diese Art falscher Positivität ist also im wahrsten Sinne des Wortes ungesund. Passende Linkempfehlungen⁺

*Ulrike von Soulsweet hat mit „Schluss mit Good Vibes Only“ einen tollen Beitrag zu Thema verfasst. Und auch im Blog von Zeit Online kann man über die negativen Auswirkungen der „zwanghaften Positivität“ lesen.


3.2 Negative Emotionen

Dabei ist es wichtig, zu verstehen, dass es keine negativen Emotionen gibt. Emotionen und Gefühle entscheiden sich insofern, als das Emotionen eine rein körperliche Reaktion, wie beispielsweise Anspannung, darstellen, während Gefühle bereits gedanklich von uns interpretiert wurden. 3Philipp Nagels (2016). Selbstgespräche: Inneres Sprechen ist ganz normal. [online] DIE WELT. https://www.welt.de/kmpkt/article160136400/Darum-sprichst-du-staendig-mit-dir-selbst.html Gefühle werden also erst dann negativ, oder positiv, wenn wir sie mental als  schmerzhaft oder schwierig bewerten. Emotionen und Gefühle, wie Furcht oder Ärger, sind nicht nur ein normaler Teil unseres Alltags, sondern sogar wichtig für ein erfülltes Leben. Der Psychologe Daniel Gilbert von der Harvard University vergleicht sie mit der Nadel eines Kompass. Sie weisen uns die Richtung und informieren uns, wenn wir vom Weg abkommen oder einen anderen Weg einschlagen sollten. Der Prozess der Trauer um einen geliebten Menschen beispielsweise ist notwendig, um den Verlust anzunehmen (Gielas, A., 2017).

Im Vergleich zu Toxic Positivity, geht es bei Positivität nicht darum, negative Gefühle und Erfahrungen zu ignorieren, sondern sie zu akzeptieren, bevor man sich bewusst dafür entscheidet, die Aufmerksamkeit auf die positiven Aspekte der Situation zu lenken. 4Selbstbewusstsein Stärken. (2016). Positiv denken lernen: Mit diesem 3 Schritte-Plan (einfach & schnell). https://www.selbstbewusstsein-staerken.net/positiv-denken-lernen/

Doch wie kann Positivität in den Alltag integriert werden?

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